Verkehrsunfall - Was tun?

Ein Verkehrsunfall kann jedem passieren und ist schnell passiert. Deshalb sollte man wissen, wie man sich nach einem Verkehrsunfall verhalten soll und welche Dinge zu beachten und zu befolgen sind.

 

Zunächst muss die Unfallstelle abgesichert werden und sollte man die Warnblinkanlage seines PKWs einstellen und vor dem Aussteigen aus dem Auto die Warnweste anziehen. Ein Pannendreieck ist in angemessener Entfernung gut sichtbar für die anderen Verkehrsteilnehmer aufzustellen – im Ortsgebiet 50 m, auf der Landstraße 150 m und auf der Autobahn 250 m.

 

Falls bei einem Verkehrsunfall Personen verletzt wurden, ist umgehend Erste Hilfe zu leisten und die Rettung (Notruf 144) zu verständigen. Diese Verpflichtung ist auch im Gesetz festgehalten, weil das Im-Stich-Lassen eines Verletzten auch vom Gesetz her bestraft wird (§ 94 StGB). Die Polizei (Notruf 133) ist ebenfalls unverzüglich zu verständigen.

 

Ist bei einem Verkehrsunfall keine Person verletzt worden, so ist ebenfalls die Polizei ohne unnötigen Aufschub zu verständigen. Eine Meldung an die Polizei kann nur dann unterbleiben, wenn die Beteiligten ihre persönlichen Daten ausgetauscht haben und die Identität der Beteiligten nachgewiesen wurde (§ 4 Abs 5 StVO).

 

Mit dem Unfallgegner ist jedenfalls gemeinsam ein Unfallbericht auszufüllen, in dem möglichst genau der Unfall beschrieben werden soll und sollte der Unfallbericht von beiden Beteiligten unterschrieben werden. Jedenfalls sollten die Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge aufgeschrieben und die Namen und Anschriften sowie Telefonnummern der beteiligten Fahrer und auch der Name und die Anschrift der gegnerischen Versicherungsgesellschaft eruiert und notiert werden. Bei ausländischen Beteiligten soll nach der „Grünen Karte“ gefragt werden, da dort die vorgenannten Angaben festgehalten sind. Es empfiehlt sich jedenfalls, auch Namen und Adressen von eventuellen Zeugen zu eruieren.

 

Auch wenn nur ein Sachschaden eingetreten ist, kann die Polizei verständigt werden, die dann die Daten der Beteiligten aufnimmt. Für diese Unfallaufnahme der Polizei ist jedoch die sogenannte „Blaulichtsteuer“ in der Höhe von EUR 36,- zu entrichten.
Egal ob bei einem Verkehrsunfall jemand verletzt wurde oder nur ein Sachschaden entstanden ist, ist die eigene Haftpflichtversicherung von dem Verkehrsunfall unter Bekanntgabe der Daten des Unfallgegners und des Sachverhaltes zu verständigen.
Am Unfallort sollten keine verbindlichen Aussagen gemacht werden. Es reicht gegenüber der Polizei aus, Angaben zur Person, dem eigenen Fahrzeug und zur Art der Unfallbeteiligung zu machen. Verbindliche Aussagen zum Hergang sollten immer erst nach einer Erörterung des Sachverhaltes mit einem Rechtsanwalt abgegeben werden.

 

Wenn ein Unfall passiert sein sollte, sollte man sich nach dem Unfall von einem Rechtsanwalt beraten lassen, egal ob der Unfall selbst verschuldet wurde oder nicht. Auch wenn klar ist, dass der Unfallgegner schuld an dem Verkehrsunfall ist und von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ein Vergleichsanbot betreffend die Schadenersatzansprüche unterbreitet wird, sollte man dieses Anbot jedenfalls zuerst mit einem Rechtsanwalt besprechen, da es durchaus sein kann, dass nicht sämtliche Schadenersatzansprüche von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners abgegolten werden und in vielen Fällen auch eine Verzichtserklärung unterfertigt wird und dann danach keine weiteren Ansprüche mehr geltend gemacht werden können. Es empfiehlt sich daher, nach einem Verkehrsunfall einen Rechtsanwalt zur Beratung aufzusuchen.